Rob Orlemans Guitar, Vocals; Piet Tromp Bass; Ernst van Ee Drums
Rob Orlemans legt mit seinen Half Past Midnight sein neuestes Opus vor: Into the Spirit.
Und nachdem mir Bill das Scheibchen mit besonderem Nachdruck in die Hand gedrückt hat, mache ich mich natürlich sofort dran und auf die Suche und bin neugierig, welche spirituellen Schätzchen der gute Rob da für uns hoffentlich nicht allzu verspätet bereithält.

Zweierlei wird dann aber doch schnell klar:
1. Wir haben es hier mit keinem zu tun, der auch nur in irgendeiner Weise auf esoterischen oder New Age- oder wie sie alle noch heißen mögen Pfaden wandelt textlich nicht und musikalisch auch nicht.
2. Rob Orlemans ist ein kompetenter und technisch sehr versierter Gitarrist mit professio-neller Begleitmannschaft.
Mit vorliegenden Aufnahmen, die fast ausnahmslos aus seiner Feder stammen, bietet er uns überwiegend treibenden Bluesrock, meist schwer, manchmal bleischwer und wie in Stein gemeißelt, der mal mehr in Richtung Rock&Roll, dann wieder mehr Richtung Heavy Rock tendiert, mit immer wiederkehrenden gleichen kleinen Melodielinien ...
Liebhaber davon kommen hier voll auf ihre Kosten.
Irgendwann einmal, schon so Richtung Mitte der Einspielung, bricht er dann aber doch einmal aus und zügelt die Pferde und präsentiert unerwarteterweise mittlerweile mit „Morning Dew” ein schönes Stück Midtempo Bluesrock, ohne Hast und Raserei und mit schönen, fast schon lyrischen Melodiebögen ...
... und legt nach kurzem Rückfall wieder die Bleiweste ab und überrascht mit einem locker vorwärts treibenden schillernden Country Rocker names „Your rainy Day“.
Leider verschwindet er dann wieder in Metallgewittern, der gute Rob, und ich dachte schon: „Na gut, das war’s dann schon ...“, als er sich ganz am Ende dann doch noch mal besinnt und uns beschenkt zum Abschluß, noch mal mit Country, diesmal mehr Country Blues und auf einer waschechten Steel Guitar und astrein dargeboten, wieder mal von diesem ominösen McKinley Morganfield, der mit schöner Regelmäßigkeit immer mal wieder bei uns auftaucht, diesmal in Form seines famosen „Howling Wolf“!
Ein simples und einfaches Stückchen ist das, kein Pool an Abwechslungsreichtum, aber so ansprechend und mit einem so schönen „menschlichen“ Sound ...
War’s schwer zu erraten, wo die Präferenzen des Schreiberlings liegen? ... Sicher nicht.

Trotzdem dessen Spirit mit „Into the Spirit“ nicht überreichlich beschenkt wurde, möchte er doch betonen: Rob Orlemans und seine Jungs sind Gute, und wer die hier dominierende beschriebene Heavy-Kost mag, der wird mit dieser Einspielung gut und reichlich bedient werden!