Online seit 22.07.2009

The Snowy White Blues Project
"In our Time of Living"
(2008)

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Die meisten von Euch werden von diesem Projekt namentlich noch nichts gehört haben, und mir ging's zugegebenermaßen, fast genauso.

Aber, liebe Leser, was drinsteckt, ist keineswegs unbekannt: Snowy White, Engländer, ist ein bei wohlbekannten und renommierten Musikerkollegen hochgeschätzter Gitarrist - im Studio wie on Tour -, der in den verschiedensten ihrer Projekte immer wieder auftauchte, nur eben unter eigenem Namen nicht so ganz groß in Erscheinung trat.

Beispiele? Hier ´ne kleine Auswahl:

1976 schon spielte er als Gitarrist auf der Amerika- und Europa-Tournee von keinen geringeren als ... Pink Floyd, und nur die zweite Geige spielte er gewiß nicht ....
Danach veredelten seine Gitarrenkünste das Soloalbum vom leider verblichenen
Rick Wright.
Seit Ende der 70er und der Zusammenarbeit auf "In the skies" verbindet ihn eine enge Freundschaft mit Peter Green.
Und weiter geht's mit
Thin Lizzy als full-time member, zwischendurch mit eigener Band, Pink Floyd again, Roger Waters und und und.


Früh, schon im Pre-teenage Alter, wurde er infiziert von den Künsten eines
BB King, Buddy Guy, Otis Rush und Albert King, und nicht nur da hat er die richtige Auswahl getroffen, der Snowy, er hat die Meister auch eifrig studiert, und nicht nur das: Es ist ihm auch gelungen daraus einen eigenen "English Blues"-Style zu entwickeln.

Und dieser wird uns von seinem Snowy White Blues Project mit der Einspielung
"In our Time of Living" in voller Breite geboten.
Mit folgenden Projektmitarbeitern haben wir's, neben
Snowy White an E-Guitar und Voc, zu tun: dem Landsmann Matt Taylor, ebenfalls an E-Guitar und Voc, und den Niederländern (tauchen oft auf in unseren letzten Reviews !) Ruud Weber jr., Bass und Voc, und Juan von Emmerlott, Drums und Percussion.

Keineswegs aber scheint
Snowy hier der eindeutige Projektleiter zu sein, der die Leitlinien vorgibt, denn, neben den ganz herausragenden musikalischen Qualitäten von allen, glänzen - außer dem Drummer - alle Projektmitarbeiter durch gleichgewichtiges hervorragendes Songwriting, was ansonsten ja beileibe keine Selbstverständlichkeit ist.

Die Band ist erstklassig. Sie spielt unprätentiös, ist in jeder, noch so schwierigen Phase, souverän, swingt, präsentiert sich im besten Sinne laid back (genau in der Mitte zwischen aufdringlich-vordergründig und langweilig !) - fast intellektuell-cool in einigen Momenten - und verbindet auf großartige Weise in ihrem modernen Blues klassische Blueselemente mit zeitgemäßem Rock, Funk- oder Soul-Elementen, und manches Mal meinte ich sogar, Jazz-Guitar ähnlichen Sound á la Wes Montgomery zu vernehmen.
Und sie sind - vorneweg die beiden Gitarristen mit ihrem mal Unisono-Spiel, dann wieder mit ihren Lead/Rhythm-Kontrasten - originell und kreativ. Nie kommt Langeweile auf. Immer versteht es die Band, Spannung und Neugierde wachzuhalten ...


Es ist kaum möglich, einzelne Nummern aus der Fülle hochklassigen Materials noch besonders herauszuheben ... da sei die Bewertung, bei dieser Güte, eben jedem selbst überlassen ...
 
Eins nur ist noch anzumerken:

Der Blues ist überall tief verwurzelt. Ich habe zwei etwas unterschiedliche Richtungen ausgemacht:

- Songs, die mit tollen Swing oder Drive dargeboten werden, die lebhaft sind, immer wieder mal Twin Guitar-Einlagen beinhalten   (die sind ganz formidabel !), mit schöner Melodie, aber auch überraschenden melodischen Wechseln, immer wieder mal mit   Anleihen bei anderen Stilen (Funk-, Shuffle-Elemente .) aufwarten:

  Ganz herrlich finde ich darunter (jetzt muß ich doch welche nennen):
 
"Rolling with my Baby" (Twin Guitar !),
 
"Hot for the Money" (locker swingend, Twin Guitar),
 
"One Way Ticket" (treibender Rocker, der sich in ne Funk-Soul-Rock-Richtung entwickelt mit tollen Guitar-Soli)

- Nummern, die im Kern klassischer Slow Blues sind (aber mit Abwandlungen !) mit all ihrer Emotionalität, Freude, Sentimentalität   ... den Geschichten des Lebens ...:

  "In our Time of Living" ("sparsam" am Anfang, mächtiger Guitar-Bogen am Ende)
 
"Red Wine Blues" (wunderbar melancholisch, "Sitting here thinking and drinking some red wine, thinking about my loving lady  makes me forget the pain, she's so far away, I got the red wine Blues .")
 
"I still see you" (Pain, "I still see you crying .")

Das, Folks, sind nur ein paar persönliche Eindrücke, keine Präferenzen, denn: Alle Nummern auf
"In our Time of Living" sind absolut hörenswert.

Zu hoffen bleibt, daß die Band, die sich aufgrund ihrer Klasse und Eigenart gut und gerne auch hätte "Snowy White Blues Academy" nennen können, weiterhin solche Werke abliefert. Um Projektsponsoren müssen sie sich dann jedenfalls keine Sorgen machen.


"In our Time of Living" sei Euch also wärmstens ans Herz gelegt !

Euer Jörg 

Danke an Iris von "CMM" für die Zurverfügungstellung der CD!!!

CD`s.........................................DVD`s

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