Es sind die 2006 wiederformierten Taste, die legendäre erste Rory Gallagher Band, die das vorliegende schöne Tribute an Rory eingespielt haben.
Die eine treibende Kraft dahinter ist John Wilson, Drummer in der zweiten Taste-Formation von 1968 bis 1970. Herzerwärmend ist, was in den Liner Notes einleitend von ihm zu lesen ist:
„In the later part of the 1960’s I had the great privilege to play in the band TASTE with Rory Gallagher and Richard McCracken. The tracks on this CD I played with Rory many times and always with something new in them ! This recording is in memory of those great times and the great music that Rory wrote for us to play and have fun with.”
Die andere treibende Kraft ist der Gitarrist der heutigen Taste, Sam Davidson.
Er kopiert Rory nicht einfach nur, sondern verfügt über einen ganz eigenständigen Stil, so wie’s auch ganz im Sinn Rorys sein sollte. Zusammen mit John Wilson zeichnet er auch verantwortlich für die schönen Interpretationen der alten Klassiker, die in Hülle und Fülle auf vorliegender Einspielung zu finden sind.
Schön sind diese Interpretationen und an einigen Stellen wahrhaft berührend, weil sie auf einen ja heute problemlos herstellbaren brachialen monumentalen Sound verzichten.
Die Eigentümlichkeiten, die das Besondere der Einspielung ausmachen selbst und gerade bei diesen so oft gehörten Nummern, liegen in den kleinen Feinheiten und Verästelungen versteckt.
Die alten Klassiker werden, natürlich, mit ordentlich Drive und Druck gebracht, aber und das ist die Kunst es wird nicht überpaced, sondern mit etwas angezogener Handbremse hier und da gespielt, dezent und auch mit zurückhaltenden Vocals und Drums, dem Anlaß genau entsprechend eben, schöne kleine Schnörkel werden eingefügt, die von Rory sein könnten, die er aber so nie gebracht hat, und gerade deshalb kann diese Musik ihren eigentümlichen Hommage artigen Charakter entfalten und zur großenGeste gegenüber und Verbeugung vor Rory werden ...
Viele von ihnen sind zu hören, den großen alten Klassikern: das vorwärtstreibende „Blister on the moon“, der erste Hit der Taste, das berührende „Morning Sun“, das vertrackte „Born on the wrong side of time“, das stampfende, aber schön zurückhaltend gespielte „Same old story“ mit herrlichem Davidson-Solo, natürlich das ewig phantastische „What’s going on“, bei dem spätestens „we should have a big hand for the man on the guitar“ ...
Es ist ein Hochgenuß für mich als alten Gallagher-Freund, diese Einspielung immer wieder zu hören: Sie bringt warme freudige Erinnerungen an die alten Zeiten, und zugleich bietet sie, trotz des alten Materials jede Menge Eigenständiges, was der Klasse der beiden Hauptprotagonisten an ihren Instrumenten und in ihren Interpretationen zuzuschreiben ist.
Danke, John Wilson und Sam Davidson und Kollegen, für Euer feines Tribute!